Pünktlich zum rC3 ist mir eingefallen, dass ich mir die ganzen Vorträge auch ein bisschen mobiler anschauen könnte, d.h. frei beweglich und vor allem mit freien Händen. Einerseits habe ich mir dazu eine Smartphone-AR Halterung geordert, die allerdings immer noch unterwegs ist. Andererseits habe ich mich auch an meinen Xybernaut Wearable Computer erinnert, der allerdings nur über eine steinalte Celeron CPU (von ca. 2001) verfügt und nur unter Windows NT flüssig läuft. Dieser Rechner verfügt über ein cooles HMD, dass allerdings über einen proprietären Mini-Centronics-Stecker mit dem Rechner verbunden ist, weches das HMD auch mit Strom versorgt.

Ungünstigerweise benötigt das HMD zwei Spannungen, 5V und 15 V. Wegen der 5V bin ich auf die Idee gekommen, den USB-Port von Notebook oder Smartphone als Stromversorgung zu nutzen und mit einem DC/DC-Wandler die zusätzlich 15V aus 5V zu erzeugen.

Einem passenden DC/DC-Wandler, praktischerweise mit USB Anschluss habe ich hier gefunden:
https://www.amazon.de/gp/aw/d/B07QH1PRZP?psc=1&ref=ppx_pop_mob_b_asin_image
Die Ausgangsspannung muss sorgfältig mit einem mini Poti auf 15V eingestellt werden. Die 5V entmehme ich direkt auf der Platine am USB-Stecker. Vorsicht mit den Kabelfarben des mitgelieferten Ministeckers. Default-mässig ist beim Keenso Boost-Konverter-Modul Plus Schwarz und Minus Rot!

wpid-wp-1611881578488.jpg

Das Xybernaut HMD mit angelötetem VGA-Stecker und zusätzlicher USB-Stromversorgung.

Der Verdrahtung der VGA-kompatiblen Signale kann hier nachgelesen werden:
http://gizmosmith.com/2011/08/27/xybernaut-head-mounted-display-to-vga-hax/

Allerdings hat sich dort in der Beschreibung ein kleiner Fehler eingeschlichen. Der Mini-Connector hat oben (U1-U13) und unten (L1-L13) jeweils 13 Kontakte. In der Bescheibung auf der verlinkten Seite sind U13 und U12 irrtümlicherweise als U14 und U13 bezeichnet. D.h U14==U13, U13==U12.

 

Das Ganze erfordert ein wenig Geschick beim Löten, aber am Ende wurde ich mit einem VGA-HMD belohnt, dass per USB mit Strom versorgt wird. Es funzt ganz hervorragend mit meinem Lubuntu-Notebook. Das VGA-Display beherrscht nur die native Auflösung von 640×480 und kann noch kein Plug&Play, d.h. die Auslösung für das externe Display muss hier (Lubuntu) manuell mit ArandR eingestellt werden.

So sieht es für den Träger des HMDs aus. Der Nutzer sieht das Minidisplay über einen kleinen Spiegel, so dass wegen des verdoppelten Abstands ohne Anstrengung der Desktop oder die Anwendung betrachtet werden kann.

So sieht es für den Träger des HMDs aus. Der Nutzer sieht das Minidisplay über einen kleinen Spiegel, so dass wegen des verdoppelten Abstands ohne Anstrengung der Desktop oder die Anwendung betrachtet werden kann.

 

Getragen sieht das HMD verwegen aus und mein Corona-Haarschnitt tut ein übriges.

Cyborg-Look mit Xybernaut HMD

Cyborg-Look mit Xybernaut HMD

 

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